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Dermal Anchors/Microdermals

Pflege

Die Pflege ist je nach Piercingart etwas unterschiedlich. Zu jedem Piercing bekommt man bei SAM eine individuelle Pflegeanleitung mit allem Wissenswerten, das über das jeweilige Piercing beachtet werden sollte, um eine optimale Abheilung zu gewährleisten. Im Piercing Preis ist 1 Pflege-/Desinfektionsmittel bereits enthalten, ausserdem können weitere geeignete Produkte zur Piercingpflege im Studio erworben werden.

Natürlich gibt es zusätzlich zu den unten genannten Mitteln noch eine Vielzahl pflanzlicher / homöopathischer Mittel, worauf ich hier aber nicht näher eingehen möchte, da auch dies den Rahmen dieser Website sprengen würde. Gerne gehe ich aber bei einem persönlichen Gespräch im Studio darauf ein.

Leider werden oft ungeeignete Wund -/ Desinfektionsmittel zur Pflege frischer Piercings verwendet, wodurch es zu Unverträglichkeitsreaktionen, Hemmung der Wundheilung und anderen Komplikationen kommen kann. Daher habe ich hier die bei Piercings am häufigsten verwendeten Mittel und deren Wirkungsweise zusammengefasst.

Octenisept

Wirkstoff Octenidin-dihydrochlorid, 2-Phenoxyethanol. Das Mittel wirkt schnell und langanhaltend gegen Bakterien, Pilze und bestimmte Viren auf Haut- und Schleimhaut.

Es ist farb- und geruchslos und frei von Phenolen, womit es das beste Wund -und Desinfektionsmittel bei Piercings ist. Auch ist es hervorragend geeignet zur antiseptischen Behandlung von Intimpiercings. Es wurde in Langzeitstudien getestet und festgestellt, dass es auch trotz längerer und häufigerer Anwendung nicht Nachteilig auf die Wundheilung wirkt.

Allerdings hat es einen bitteren Geschmack, der zirka eine Stunde anhalten kann. Zudem darf es nicht mit Produkten auf PVP-Jod Basis in Verbindung gebracht werden, da es sonst zu einer braunen bis violetten Verfärbung des Hautareals kommen kann.

H2Ocean Arctic Ocean Rinse (Mundspülung)

H2Ocean Arctic Ocean Rinse enthält ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe und unterstützt optimal die Heilung oraler Piercings. Es nutzt das mineralhaltige Salz der Korallen mit seinen antibakteriellen Enzymen - ohne Alkohol! Dadurch stärkt und reinigt es das Zahnfleisch, beugt Zahnfleischblutungen und Entzündungen vor. Darüber hinaus eignet es sich zur Vorsorge und Unterstützung der natürlichen Regenerierung von gereiztem Gewebe des Mundes. Mit dem Wirkstoff Xylitol beugt es zudem aktiv gegen Karies und Plaque vor. Der praktische Sportverschluß der Plastikflasche eignet sich bestens für die hygienische Anwendung und reduziert so das Risiko der Kreuzkontamination!

H2Ocean Aftercare Spray

Angereichert mit 60 Spurenelementen und Mineralien aus den größten Korallenriffs des Ozeans, welche mit natürlichen Enzymen Bakterien abtöten , unterstützt es optimal die Zell-Heilung.Es entfernt sanft Krusten und Wundsekret. Zudem verstärkt es die Durchblutung und beschleunigt somit das Abheilen. Neben seiner antibakteriellen Wirkung, kann es Schwellungen und Narbenbildung reduzieren. Es wird sterilisiert nach neusten Stand der Technik abgefüllt. Im Druckbehälter geschützt befindet sich die sterile Umverpackung des Sprays. Durch diesen doppelten Schutz ist eine Kreuzkontamination des Pflegemittels nahezu ausgeschlossen. Da ohne Treibgas ist es zudem umweltfreundlich.

ProntoLind (Gel/Lösung/Mundspülung)

Zur antiseptischen Reinigung (und MRSA-Dekontamination) und Pflege von gepiercten Haut-und Schleimhautarealen sehr gut geeignet. Die auf polyhexanid/betain basierenden Produkte sind frei von Alkohol und Phenolen, sowie Quecksilberverbindungen und PVP-Jod. Die Inhaltsstoffe werden vom Körper nicht resorbiert, sind weder zelltoxisch, noch reizen sie, wirken irritierend oder sensibilisierend. Allergische Reaktionen und sonstige Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Es ist nach der KVO (Kosmetikverordnung) zugelassen, was eine optimale Hautverträglichkeit gewährleistet! Das Pflegemittel zieht sich automatisch in den Stichkanal und spült so Keime, sowie eingedrungene Fremdkörper (zB feine Haare) usw. heraus. Zusätzlich hilft es bei der Vorbeugung bzw. Reduzierung von hyperthrophem Narbengewebe und Keloidbildung (wildes Fleisch).

Cutasept, Kodan, Hansamed, Ohrlochantisept und sonstige alkoholhaltigen Mittel

Diese Mittel sind nur zur Desinfektion intakter Haut vor einem Eingriff und/oder zur Erstversorgung von Wunden geeignet. Der Alkohol trocknet die Haut aus und schädigt bei langer und häufiger Anwendung das Gewebe. Sie sollten nicht auf Schleimhäuten angewendet werden. Die Wunde "brennt" bei der Anwendung. Wirken wundheilungshemmend!

Wasserstoffperoxid (H202) 3 %

Beim Kontakt von Wasserstoffperoxid mit dem organischem Gewebe wird Sauerstoff (der desinfizierend wirkt) freigesetzt. Das verursacht Schäumen. Dieses Schäumen reinigt zwar mechanisch die Wunde, hat aber nur einen geringen antiseptischen Effekt. Die entstehenden Gase können die Wundränder noch weiter auseinander drücken und somit die Wunde noch vergrößern. Das H2O2 3% reizt auch das Gewebe zur Granulation, d.h. zum neuen Wachstum, daher ist es nicht zur Pflege eines frischen Piercings geeignet, sondern allenfalls zur einmaligen Reinigung von infizierten Wunden. Wirkt somit wundheilungshemmend!

Jodhaltige Antiseptika ( Betaisodona, Braunovidon, Braunol, etc.)

Umstrittenes Präparat. Geeignet zur Vorbereitung von OP-Gebieten und zur Desinfektion akuter Wunden. Durch die braune Farbe ist das Erkennen von noch nicht behandelten Stellen zur Op-Vorbereitung leicht möglich, bei Piercings eher unvorteilhaft, da es zu Verfärbungen der Wunde und auch Kleidung kommen kann. Da Jod zu einer Oxidation führt, können Metalle angegriffen werden. Die Wirksamkeit von Jod wird durch die Anwesenheit von organischen Substanzen wie Blut- und Eiterbestandteile verringert, da diese ebenfalls oxidiert werden und dabei freies Jod binden, und steht dann nicht mehr für die tatsächliche Bekämpfung von Mikroorgansimen zur Verfügung. Bei Anwesenheit von Blut wird es rasch inaktiviert. Die Jodanwendung kann, wenn auch selten, zu Stoffwechsel- und toxischen Komplikationen führen. Kritisch ist die Anwendung bei der Wundinfektion, da zelltoxische Eigenschaften vorhanden sind. Jod und seine Verbindungen sind nicht unbedenklich. Die mit Jod in Zusammenhang gebrachten Wirkungen sind Depression, Nevosität, Schlaflosigkeit, überempfindlichkeit- bzw. Hautreaktionen. Außerdem lassen sich bei langer und häufiger Anwendung, wie bei einem Piercing, Wundheilungsstörungen nicht ausschließen.

Bepanthen Wund-und Heilsalbe

Das enthaltene Dexpanthenol fördert zwar die Regeneration der Haut, diese Salbe ist aber Fetthaltig und eignet sich daher überhaupt nicht zur Pflege eines Piercings, da das Fett die Luftzufuhr behindert und in den Stichkanal gelangen kann, wo es „ranzig“ also schlecht wird und dann evtl. zu einer Infektion führt. Außerdem fehlt die desinfizierende Wirkung.

Kochsalzlösung (0,9 % NaCl)

Sie ist physiologisch, d.h. enthält nur Stoffe, die der Körper selbst auch enthält und ruft daher keine Gegenreaktionen hervor. Allerdings sollte auf die genaue Zusammensetzung geachtet werden, denn ein zuviel an Salz würde die Wunde reizen und austrocknen. In großen Mengen kann NaCl das Elektrolytgleichgewicht im Gewebe stören, weil Kalium fehlt und hemmt dadurch die Wundheilung. Da sie keine desinfizierende Wirkung besitzt, sollte anfangs das Piercing nur mit einem sanften Desinfektionsmittel behandelt werden. Nach 2-3 Wochen kann dann, falls noch eine Krustenbildung durch abgesondertes Sekret besteht, das Piercing mit Kochsalzlösung von dem Sekret befreit werden. NaCl sollte jeden Tag neu zubereitet oder Ampullen verwendet werden, da sich nach 24 Stunden Keime in der Lösung bilden können!

Tyrosur

Der Wirkstoff Tyrothricin gehört zur Gruppe der Polypeptid- Antibiotika. Lokalantibiotika wie dieses sind keinesfalls zur Pflege von Piercings geeignet! Bei häufiger Anwendung begünstigt es die Entstehung antibiotikaresistenter Bakterien. Zur Behandlung bakteriell infizierter Bereiche der Haut bzw. der Schleimhaut kann es angewandt werden. Allerdings setzt die Anwendung voraus, dass es sich um intakte (!) Haut bzw. Schleimhaut handelt. Diese Vorraussetzung ist von Bedeutung, weil eine Aufnahme der Polypeptide in das Blut nicht erfolgen soll, um die gefürchteten Nebenwirkungen auszuschließen. Häufig ist die Haut aber geschädigt, erst recht natürlich, solange das Piercing frisch ist. Lokalantibiotika wirken zudem wundheilungshemmend.

Teebaumöl

Unter der Bezeichnung Teebaum fasst man Sträucher und Bäume der Gattung Melaleuca und Leptospermum aus der Familie der Myrtaceae zusammen. Die medizinischen Eigenschaften des Teebaums sind bei den Eingeborenen Australiens seit mehr als 1.000 Jahren bekannt. Die ätherischen öle des Teebaums werden durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Dieses Naturprodukt hat jedoch auch Schattenseiten: Es sind Vergiftungserscheinungen nach Verschlucken bekannt. Seit 1991 ist auch die allergieauslösende Wirkung des Teebaumöls bekannt, die auf den Stoff 1,8-Cineol zurückgeführt wird. Besonders Teebaumöl, das länger gelagert wird, kann starke Reaktionen hervorrufen. Das Cineol wird auch als Reizstoff angesehen, in England und Australien sind deshalb Zubereitungen mit hohem Cineol-Anteil verboten. Es kann bei langer und häufiger Anwendung zudem zum Austrocknen des Gewebes und Hemmung der Wundheilung kommen und sollte nur in verdünntem Zustand Verwendung finden.

Listerine Mundspülung

über 100 Jahre alte, ständig weiterentwickelte antibakterielle Mundspüllösung auf der Basis ätherischer öle. Wirkstoffe u.a.: Thymol, Menthol, Eukalyptol und Methylsalicylate. Die antiseptischen und desinfizierenden als auch entzündungshemmenden Eigenschaften dieser ätherischen öle sind bekannt. Sie besitzen aufgrund ihrer lipophilen (fett lösenden) Eigenschaften und der in Listerine verwendeten Konzentration antiseptische d. h. Bakterien abtötende Eigenschaften. Diese Wirkung setzt sehr rasch ein, sodass eine Anwendung von 30 Sekunden ausreicht, die Keime in der Mundhöhle zu reduzieren. Wegen des hohen Alkoholgehalts aber nur verdünnt anzuwenden (1 : 2 d.h. 1 Teil Mundspülung, 2 Teile Wasser). Bei zu häufiger Anwendung (daher nicht öfter als 2x täglich, morgens und abends, ansonsten nur Wasser zum Spülen benutzen) kann es zur vorübergehender Schädigung der Mundflora mit verstärkter Bildung von Mundgeruch, Zungenbelag und Geschmacksirritationen kommen.

Hexoral , Chlorhexamed Mundspülung

Die Wirkstoffe Cetrimonium, Chlorhexidin (Chlorhexamed) oder Hexetidin (Hexoral) wirken antiseptisch. Zahlreiche krankmachende Erreger können damit abgetötet werden. Die entsprechenden Zubereitungen helfen bei Entzündungen in der Mundhöhle und hemmen die Plaquebildung. Deshalb kommen sie auch beispielsweise nach zahnchirurgischen Eingriffen (Zahnextraktion, Parodontalbehandlung) zur Anwendung, wenn die Zahnpflege nur eingeschränkt möglich ist. Der Arzneistoff Tyrothricin wirkt antibakteriell und hemmt dadurch entzündliche Prozesse. Durch Zusätze von örtlich betäubenden Mitteln wie Lidocain, Polidocanol oder Benzocain können Schmerzen zurückgedrängt werden. Auch diese Spülungen sollten nicht zu lange und häufig angewandt werden. Es kann sonst zu reversiblen Beeinträchtigungen des Geschmackempfindens, zur Verf ärbung der Zähne und der Zunge und Hemmung der Wundheilung kommen.

Kamille

Zu den Hauptinhaltsstoffen der Kamille gehört ein ätherisches öl, in dem u.a. die Substanzen Matricin, bzw. Chamazulen und alpha-Bisabolol enthalten sind. Das ätherische öl besitzt entzündungshemmende und krampflösende Wirkungen und zusätzlich bakterizide und fungizide Eigenschaften, womit eine Wirkung gegen Bakterien und Pilzen beschrieben wird. Es gibt Beobachtungen allergischer Reaktionen, die heute hauptsächlich auf Verunreinigungen der Echten Kamille mit der Hundskamille (Anthemis cotula L.), zurückgeführt werden. Außerdem gehört diese Pflanze zur Gruppe der Korbblütler und darf bei einer bereits vorhandenen Allergie gegen Diese nicht angewandt werden. Konzentrierte Kamille kann zu einer Austrocknung der Haut führen. Selbst gemachter Kamillentee sollte wegen u.U. enthaltenen Faserpartikeln, die in den Stichkanal gelangen können gemieden werden. Bei Zungenpiercings hat sich zum Abklingen der Schwellung aus Kamille gemachte Eiswürfel (aber erst nach 2-3 Tagen!) zum lutschen bewährt.