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Dermal Anchors/Microdermals

Materialkunde

Titan

Chemisches Kürzel = Ti; Ordnungszahl 22; Es gibt verschiedene Titangrade Titan Grad 1 - 4 und Titanlegierungen Grad 23 (G23Ti oder auch Ti6AL4V Eli ). Ich verwende zum Ersteinsatz Titan Grad 23, da dieser über eine besonders starke Oxydschicht verfügt. Durch die Beschichtung wird das Material passiver und korrosionsresistenter. Titan wird als Biokompatibles, also Körperverträgliches Material auch bei Implantaten (z.B. Herzschrittmacher, künstliche Herzklappen) eingesetzt. Titan Grad 23 ist außerdem wesentlich leichter als z.B. Stahl oder Niobium. Es hat zudem eine sehr hohe Formbeständigkeit. Unterbrechungen (Risse, Kratzer) in der Oxydschicht werden durch Wasserkontakt und bei Luft sofort geschlossen. Allerdings ist Titan von Natur aus dunkel, und selbst hochglanzpoliertes Titan kann mit der Zeit etwas nachdunkeln.

Durch chemische Elektrolyse kann Titan eloxiert werden, dabei entsteht eine dünne Oxydschicht. Das durchsichtige Oxyd erzeugt Interferenzfarben. Durch Reflektion und Brechung des Lichts entsteht, ähnlich wie bei einem ölfilm auf einer nassen Strasse, eine farbliche Veränderung. Die anodisierte Schicht ist völlig verträglich . Allerdings sind die dadurch erzeugten Farben nicht permanent. Schwarzer Titan Schmuck hingegen ist farbbeständig. Die Schwarzfärbung des Schmuckes wird durch eine PVD- bzw. CVD Plasmabeschichtung erzeugt.

PTFE (Polytetrafluorethylen)/Bioplast

PTFE ist auch unter dem Handelsnamen Teflon bekannt. PTFE und Bioplast sind neben speziellen Silikonen die momentan einzigen physiologisch unbedenklichen Kunststoffe mit exzellenten Biokompatibilität.

Sie sind flexibel, und die wohl wichtigste Eigenschaft ist die homogene Oberfläche die ein absolut antiadhäsives Verhalten aufweist, d.h. seine Oberfläche ist sehr glatt und gleitfähig und geht keinerlei Verbindung mit Fremdsubstanzen ein (z.B. Wundsekret). In der Medizin wird PTFE bei Operationen und als Ersatz-Blutgefäße (Venen) verwendet. Bei Labret / Madonna Piercings kann der PTFE/Bioplast Stab gleich nach dem Abschwellung gekürzt werden, da dieser zum kürzen nicht aus der noch frischen Wunde genommen werden muss. Somit bietet sich hier auch ein optischer Vorteil.

PTFE ist auf einem Röntgenbild und im Ultraschall nicht erkennbar und muss auch bei Operationen, Kernspint oder während einer Schwangerschaft nicht entfernt werden und eignet sich daher hervorragend als "Platzhalter".

Chirurgenstahl - / Implantatstahl - /Edelstahl

Von den vielen unterschiedlichen Legierungen ist rostfreier Chirurgenstahl 316L und 316LVM für den Einsatz in den Körper geeignet. Allerdings enthalten diese auch geringfügig Nickel, weshalb sie Jahrelang nicht als Ersteinsatz beim Piercen verwendet werden durften. Mittlerweile wurde dieses Gesetz aufgehoben, weil festgestellt wurde, das trotz des Nickelgehalts, keine Nickelsalze in den Körper abgegeben werden und es daher auch zu keiner "Nickelkontakt" Dermatitis kommt. Chirurgenstahl dieser Art ist korrosionsbeständig und kann langfristig im Körper verbleiben. Auch Chirurgenstahl 316L findet in der Medizin häufige Anwendung, z.B. als Knochenfixierungsschrauben, Nähte, Klammern und vieles mehr. Es ist hochglanzpoliert und behält, im Gegensatz zu Titan, seine glänzende Farbe, ist vom Gewicht her allerdings etwas schwerer. Für Ohrpiercings ist Edelstahl am besten zum Tragen geeignet, da es sich den Akupunkturpunkten gegenüber neutral verhält.

Implantanium

Implantanium ist 1000 % Korrosionsbeständiger als 316LVM Chirurgenstahl und hat einen wesentlich geringeren Nickelgehalt. Auch dieses Material ist biokompatibel und zum Ersteinsatz geeignet. Seine Ultrahelle superglatte Oberflächenstruktur macht es zu einem ausgezeichneten Material vor allem bei Lippenbandpiercings.

Niobium

Chemisches Kürzel Nb; atomare Nummer 41 Niobium ist ein reines Element, welches nicht in weitere Komponenten aufgeteilt werden kann. Es ist hypoallergen ( d.h. es kann ohne biologische Gegenreaktionen sicher in den Körper eingeführt werden.) und daher ebenfalls zum Ersteinsatz geeignet. Niobium findet sich beim Menschen in Blut, Knochen, leber und Muskeln. Außerdem kann es als reaktives Metall durch Elektrolyse wie Titan eingefärbt werden. Die Farbe Mattschwarz wird durch Hitze erzeugt und ist beständig. Dieser Farbton eignet sich besonders bei Septumpiercings, die z.B. während der Arbeitszeit "versteckt" werden müssen, da dieser im Gegensatz zu einem anderen Metall nicht vom Licht reflektiert und somit nicht gesehen wird.

Gold

Chemisches Symbol Au (lat. Aurum = Gold); Ordnungszahl 79 Dieses Edelmetall wird in Form einer Legierung mit Silber und Kupfer gemischt und zu Schmuck verarbeitet. Für Piercingschmuck sollte mind. 585er Gold (14 Karat), besser noch 750er Gold (18 Karat) verwendet werden. Je geringer der Goldanteil, desto höher der Anteil an Kupfer, was zu verstärktem Anlaufen des Schmuckes, Verfärbungen der Haut und Unverträglichkeitsreaktionen führen kann. Durch eine sog. Oberflächenoxidation, hervorgerufen durch Säure (Schweiß), kann es ebenso zu einer Verfärbung des Goldes kommen, was jedoch mit einem Poliertuch wieder entfernt werden kann. Vor allem häufiger Kontakt mit Urin kann die Oberfläche angreifen, eindringen und zu Verkrustungen führen, weshalb Goldschmuck im Intimbereich täglich gereinigt werden sollte. Gold kann auch bestimmte Reaktionen auf Akupunkturpunkte auslösen und sollte daher nur begrenzt getragen werden.

Beim Kauf von Goldschmuck sollte darauf geachtet werden, dass auf dem Teil, der sich im Stichkanal befindet keine Prägung des Goldgehalts befindet, da diese, wenn auch minimalen Einkerbungen, zu einer Irritation des Gewebes führen können. Bei Weißgold sollte darauf geachtet werden, dass die "weisse Farbe" nicht durch Nickel, sondern Palladium (Platinmetall) erzeugt wurde, welches Köperverträglicher ist.

Rotgold sollte wegen des hohen Kupferanteils als Piercingschmuck ganz gemieden werden.

Silber

Chemisches Symbol Ag (lat. Argentum = Silber); Ordnungszahl 47 Da reines Silber für die Schmuckherstellung zu weich ist, wird es mit Kupfer legiert. Umso höher der Silberanteil, umso höher die Anlaufbeständigkeit. Daher sollte nichts geringeres als 925er Silber (auch Sterlingsilber genannt) getragen werden. Da die Farbe von Sterlingsilber geringfügig von der des Feinsilbers abweicht, wird Schmuck aus dieser Legierung meist feinversilbert. Oft genügt ein Abbeizen, da die Beize oberflächennahe Kupferbestandteile der Legierung löst und somit zur Bildung einer hauchdünnen Feinsilberschicht führt. Trotz allem neigt Silber zum Anlaufen und dadurch auch Schwarzfärbung der Haut. Für den Einsatz im Stichkanal selbst, sollte daher nur rhodiniertes Silber verwendet werden. Rhodium gehört zu der Gruppe der Platinmetalle und dient als Oberflächen- schutz. Es wird als überzug (galvanische Metallschicht) auf andere Metalle (in unserem Fall Silber) aufgetragen und verhindert so ein Anlaufen. Rhodium ist körperverträglich, sollte aber dennoch nicht als Ersteinsatz verwendet werden.

Außerdem kann auch Silber, ebenso wie Gold, bestimmte Auswirkungen auf Akupunkturpunkte haben und sollte daher nur begrenzt getragen werden. Bei Silber Piercingschmuck wird oft ein Titansteg verwendet und nur der restliche Teil (Schild, Anhänger...) besteht aus Silber.

Acryl / Fluoro

Aus Polymethylacrylate. Acrylics und Acryle Stoffe sind gewöhnliche Namen für Polymere, die aus Acrylsäure und Methacrylsäure gewonnen werden. Sie sind Körperverträglich, nur in wenigen Ausnahmefällen wurde eine Unverträglichkeit festgestellt. Im Blutkreislauf befindliches Methylacrylat wird schnell über den Stoffwechsel abgebaut, ohne Effekte auf das System. Der Schmuck sollte allerdings regelmäßig gereinigt werden. Besonders zu empfehlen sind Kugeln aus Acryl für Zungen- piercings, da diese die Zähne weniger schädigen, wenn man mit dem Piercing oft spielt. Vor allem beim versehentlichen beißen auf den Schmuck ist das Risiko einer Zahnfraktur geringer als bei Metall. Allerdings sollte auf Splitter geachtet werden. Die meisten Schmuckstücke aus Acryl leuchten unter UV- Licht ("Schwarzlicht"), was dem Körper aber nicht schadet. Acrylschmuck ist nicht für den Ersteinsatz geeignet!

Sam Piercing bietet wunderschöne handgemachte acryl Plugs, Ohrstecker und Kettenanhänger von Opiate, welche individuell mit verschiedenen Designs und Farben gestaltet werden können.

Schmuck aus natürlichen Materialien (Ebenholz, Mammutelfenbein...)

Sam Piercing bietet unter anderem hochwertige Schmuckstücke von Handmade Designs an. Diese werden ausschließlich in Handarbeit gefertigt, daher sieht keines exakt wie das andere aus.

Mammutelfenbein

Dieses fossile Elfenbein liegt zwischen 10.000 und 1 Million Jahren im sibirischen Permafrostboden eingeschloßen. Es steht also nicht unter Artenschutz, wie z.b. Elefanten- oder Walroßelfenbein, da es ein Fossil ist und die letzten Mammuts vor etwa 10.000 Jahren ausgestorben sind.

Handmade Designs bitet Elfenbeinschmuck in 2 Varianten an:

1. Elfenbein wird auf Hochglanz poliert, um die wunderschöne Oberflächenstruktur besser hervorzuheben. Bei dieser Methode können sich jedoch feine Haarrisse bilden. Die Stabilität wird dadurch meist nicht beeinträchtigt. So behandeltes Material ist sehr angenehm zu tragen und die schöne Oberfläche kommt besser zur Geltung.

2. Nur auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden, wird das Elfenbein zum Schutz vor äußeren Einflüssen (z.B.: Fett- und Säureabsonderungen der Haut) mit einem medizinisch bewährten Verfahren versiegelt. Der Nachteil hierbei ist, daß das Mammutelfenbein einen leicht "künstlichen touch" erhält.

Ebenholz (Diospyros ebenum)

Das schwarze Ebenholz, ein natürlich gewachsenes Holz von ungewöhn licher Härte und Stabilität, wird in unserer Kollektion ausschließlich in der polierten Ausführung produziert. Dadurch wird auch hier die schlichte Maserung hervorgehoben. Um den Glanz und die natürliche Schönheit des Holzes zu erhalten und zu schützen, solltet Ihr euer Schmuckstück gelegentlich pflegen. Einmal pro Woche solltet Ihr euer Stück sparsam mit einer fetthaltigen Hautcreme oder einer Bodylotion einreiben.

Glas

Die Glaskollektion zeichnet sich vor allem durch das harmonische Zusammenspiel von Form, Licht und Schatten aus. Obwohl der Schmuck sehr fein gearbeitet ist, hat er eine hohe Stabilität. Beschädigte Glastunnels dürfen nicht mehr eingesetzt werden (Verletzungsgefahr) Aufgrund der homogenen Oberfläche ist Glasschmuck sehr angenehm zu tragen und einfach zu reinigen. Stäbe und Gewindebuchsen: Handmade Designs verwendet nur Titan Grad eins und zwei für die Stäbe und Gewindebuchsen. Dieses Metall wird in der Allgemeinen Medizin für Implantate verwendet. Aufgrund der großen Nachfrage bietet HD auch Einzelstücke mit 18 ct Gelbgold Stäben an.

Tagua Nuß (Phytelephas)

Die Taguanuß, in Deutschland auch als Stein- oder Elfenbein-Nuss bekannt, ist der Samen einer Gattung der Palmen des tropischen Ameri kas, vorwiegend Ecuador. Der ca. 6 m hohe Baum trägt mehrere Fruchtstände mit jeweils acht Nüssen. Die Nüsse sind anfangs essbar, härten nach drei Jahren aber vollständig aus und lassen sich verarbeiten. Ihre Härte und Farbe sind den Eigen- schaften des Elfenbeins vergleichbar, deshalb wird die Taguanuß auch als pflanzliches Elfenbein bezeichnet.

Ohrschmuck aus natürlichen Materialien

Ohrschmuck von Handmade Designs wird nur aus natürlichen Materialien wie Mammutelfenbein, Ebenholz, und Tagua Nüssen gefertigt. Diese Naturstoffe sind hygroskopisch, das heißt sie passen sich der Luftfeuchtigkeit ihrer Umgebung an. Das Material atmet und gibt die aufgenommene Feuchtigkeit wieder ab. Der Stichkanal und der Schmuck bleiben trocken und absolut geruchsfrei. Dadurch erhöht sich der Tragekomfort erheblich. Es bleiben lediglich trockene, pulverartige und ebenfalls geruchsfreie Rückstände des Talks, die sich leicht mit einem trockenen Tuch entfernen lassen. Die vom Körper ausgeschiedenen Fette, dienen dem Schmuck gleichzeitig als Schutz vor Umwelteinflüssen wie z.B. Wasser und Sonne. Deshalb fertigen Handmade Designs die Oberflächen nur hochglanzpoliert, da nur so die angenehmen Eigenschaften dieser Werkstoffe erhalten bleiben. Sollte man wider erwarten diesen Ohrschmuck über längere Zeit nicht tragen, wird folgendes empfohlen: Kühl und trocken lagern. Starke Temperaturschwankungen vermeiden.( nicht auf die Zentralheizung legen, oder in der prallen Sonne (Fensterbrett) liegen lassen.) Der Schmuck würde zu schnell austrocknen, und könnte Risse bekommen. Das erstemal! Wenn man den Schmuck das erstemal in den abgeheilten Stichkanal einsetzt, dann wird sich dieser die ersten 5 - 6 Tagen leicht ansaugen. Keine Angst, das ist normal. Denn das Holz (Mammutelfenbein oder Tagua Nuß) passen sich nur seiner neuen Umgebung an.

Man muss den Schmuck eintragen!!!! Lässt man dem Schmuck Ruhe, ist cirka nach einer Woche diese "Phase" vorbei. Die "Eintragezeit" kann man verkürzen, indem man den Schmuck vorher mit etwas Speiseöl leicht einreibt. Eine Stunde ziehen lassen, mit trockenem Tuch (Tempo) abwischen und reingepflockt.


Natürlich bietet Sam Piercing auch noch Schmuckstücke aus anderen Materialien, z.B. Edelsteinen bzw. Halbedelsteinen an, allerdings würde es den Rahmen dieser Website sprengen, diese alle einzeln aufzulisten. Dennoch möchte ich hier einen Halbedelstein auflisten, der meiner Meinung nach leider viel zu häufig Verwendung zum Ersteinsatz findet.

Der Hämatit!

Wegen der niedrigeren Kosten, werden oftmals Ringe zum Ersteinsatz verwendet, die als Klemmkugel einen Hämatiten enthalten. Der anthrazitfarbene Hämatit (FE203) jedoch ist ein Eisenoxid, ganz ähnlich wie gewöhnlicher Rost (!) und sollte daher nicht in Kontakt mit frischen Wunden kommen. Außerdem sollte er nicht unbedingt im oralen und genitalen Bereich getragen werden.

Desweiteren darf ein Hämatit nicht sterilisiert werden, wodurch ein einwandfrei hygienisches Arbeiten nicht gewährleistet ist!

Bei weiteren Fragen zu den Materialien stehe ich Euch natürlich jederzeit im Studio zur Verfügung!