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Dermal Anchors/Microdermals

Anaesthesie

Viele Kunden haben Angst, dass der Piercingvorgang mit Schmerzen verbunden ist und wünschen daher eine Betäubung. Jedoch birgt eine Betäubung bei unsachgemäßer Anwendung unnötige Risiken.

Natürlich ist das Schmerzempfinden individuell unterschiedlich, allerdings stellt man sich das gepierct werden oft schlimmer vor, als es letztendlich wirklich ist, nämlich ein kleiner Piekser und fertig. Alles halb so wild, wie es so schön heißt.

Ob der Stich mehr oder weniger schmerzt hängt neben psychischen Faktoren auch von den verwendeten Materialien und Instrumenten ab. So schmerzt eine hochwertige sehr fein geschliffene Kanüle/ Nadel natürlich weitaus weniger, als eine Minderwertigere. Auch werden leider häufig Klemmen zum fixieren der zu piercenden Stelle genommen, die das Gewebe stark quetschen und dieses dadurch nicht nur unnötig belasten, sondern oft auch schmerzlicher sind, als der eigentliche Stich. Akupunkturpunkte sind außerdem, besonders wenn eine Störung vorliegt, Druck- und Schmerzempfindlich. Das Durchstechen eines solchen Punktes ist daher weitaus unangenehmer, als an einer "freien" Stelle.

Durch beste Materialien, spezielle "sanfte" Klemmen und Testung der Akupunkturpunkte versuche ich daher den Piercingvorgang so schmerzlos als möglich auszuführen. Durch beruhigende Musik, ätherische Duftöle und einer gemütlichen Atmosphäre wird ausserdem versucht es dem Kunden so angenehm wie möglich zu machen. Stark nervöse und ängstliche Kunden bekommen zur Beruhigung Bachblütentropfen (Rescue Tropfen), auf pflanzlicher Basis, welche zusätzlich beruhigend wirken und ausserdem den Kreislauf stabilisieren.

Die verschiedenen Betäubungsmethoden und Gründe die gegen eine Betäubung sprechen habe ich nachfolgend zusammengefasst:

Eis-/Kältespray

Durch die Kälte ziehen sich alle Gefäße zusammen, es kommt zu einem Gewebeschock, welches das Areal weniger schmerzempfindlich erscheinen lässt. Durch das zusätzliche Trauma des Piercens jedoch ist das Gewebe einer höheren Belastung ausgesetzt, welches zu einer schlechteren Wundheilung und zu einer stärkeren Gewebsschwellung führen kann. Außerdem kann es bei einer überdosierung zu einer Vereisung (ähnlich einer Verbrennung) kommen, wodurch auch sichtbare Narben zurückbleiben können. Zudem kann das Gewebe stark verhärten, was dazu führt, das man beim Piercen stärkeren Druck ausüben muss.

Lokalanästhetika / Oberflächenbetäubungsmittel (EMLA ; Xylocain)

Diese Mittel gibt es als Spray, Gel oder Pflaster und sollten mind. 1 Stunde vor Eingriff aufgetragen werden. Wie der Name schon sagt, betäuben diese nur die Oberfläche und durchdringen nicht vollständig alle Gewebsschichten, die beim Piercen verletzt werden und sind daher wenig sinnvoll.

Beim Auftragen auf Schleimhäute und bereits offene Wunden gerät das Mittel sehr schnell in die Blutbahn, was zu allergischen Reaktionen, bis hin zum anaphylaktischen Schock führen kann. Problematisch kann es werden, wenn beispielsweise ein EMLA Pflaster vor einem Brustwarzenpiercing getragen wird. Um die Stelle zum Piercen richtig markieren zu können, sollte die Brustwarze in schlaffem, sowie erregten Zustand betrachtet werden. Allerdings ist dies nach einer Betäubung meist nicht möglich, weil sich die Brustwarze nicht aufrichtet, was ein piercen unter Umständen zu diesem Zeitpunkt unmöglich macht. Bei Tätowierungen kann das Gewebe "schwammig" werden, wodurch es passieren kann, das die Farbe verläuft und keine sauberen Linien gestochen werden können! Ausserdem hält die Wirkung nur ca. 30 Minuten an. Wenn ein Tattoo länger dauert, so kann es nach Nachlassen der Betäubung zu verstärktem Schmerzempfinden kommen! Wie jedes Betäubungsmittel können auch Oberflächenbetäubungsmittel wundheilungshemmend wirken.

Lokalanästhetika / örtliche Betäubung durch Einspritzen

Abgesehen davon, dass nur Ärzte Betäubungsmittel einspritzen dürfen, ist dies leider die einzige Möglichkeit das Gewebe vor einem Piercingeingriff wirklich zu betäuben. Allerdings birgt dies auch viele Risiken und daher ist dringend davon abzuraten. Durch Unverträglichkeit oder überdosierung kann es zu einem anaphylaktischen Schock, bis hin zu Herzstillstand kommen.

Weiterhin drohen Störungen in Form von übelkeit, Erbrechen, Unruhe, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Kopfschmerzen, Juckreiz, um nur einige zu nennen. Durch die Einspritzung von Flüssigkeit kommt es häufig zu ödembildung (Schwellung), wodurch die Lage des Piercings verschoben werden kann, sodass es nicht mehr richtig platziert sitzt. Es wird außerdem häufig berichtet, dass die Stelle bei Nachlassen der Betäubung sehr schmerzt. Beim Piercen ohne solch eine Betäubung piekst zwar der Stich kurz, aber danach sind üblicherweise keine Schmerzen mehr vorhanden. Auch Lokalanästhetika können zusätzlich wundheilungshemmend wirken!